Was ist eigentlich dieses User Experience? Beispiele gesucht!

3 Feb

Na ja, User Experience ist vieles und wenn ich das jetzt in diesem Blog-Beitrag erklären soll, dann wird das so lang, dass wahrscheinlich nur noch wenige das ganze Pamphlet lesen wollen. Häufig kommt man auch in dem “was machst Du eigentlich?”-Gespräch zu der Frage und dann will ich eigentlich nicht weit ausholen. Also versuche ich immer, gute Beispiele zu bringen, die User Experience vielleicht nicht in der Gänze erklären, aber es auf den Punkt bringen.

Hannah Donovan, Creative Director bei last.fm, hat auf der Design for Conversion 2009 einen Vortrag über “Interface Magic” gehalten (hier die Präsentation dazu). Und eins ist mir damals hängen geblieben, was für mich sehr gute User Experience ausmacht. Sie sprach von Magic, wenn auf Nutzerbedürfnisse eingegangen wird, ohne dass diese dem Nutzer eines Produkts oder einer Website überhaupt bewusst waren bzw. über seine Erwartungen hinaus gehen. D.h. er wird einfach positiv überrascht. Das ist es, was hängen bleibt. Wenn man es schafft, sich so in den Nutzer hinein zu versetzen, dann ist man einen großen Schritt weiter.

Auf dieser Basis ist eines meiner Lieblingsbeispiele eines aus der analogen Welt. Der “magische Moment” passierte im Audi. Meine Frau klappte ihre Sonnenblende herunter und das Licht auf ihrer Seite ging an. Ich dachte nur: “Was soll das denn? Ich will doch bestimmen, ob ich das Licht anmache oder nicht.” Aber dann bemerkten wir, dass die Blende über dem Schminkspiegel auf war. Sobald man diese geschlossen hat, war auch das Licht aus. Diese einfache, sinnvolle Lösung hat mir einen kurzen Wow-Effekt gebracht, wo ich dachte: “Die haben sich was dabei gedacht”.

Was sind denn Eure Lieblings-Beispiele für gute User Experience? Ich würde mich freuen, Eure Beispiele in den Kommentaren zu lesen.

User experience

Aus Wikipedia

Und falls jemand noch Zeit und Muße hat, hier sind noch mehr Infos zu User Experience.

Sehr schöne Zitate zum Thema UX, die ich auf Quora gefunden habe:

“It’s not enough that we build products that function, that are understandable and usable, we also need to build products that bring joy and excitement, pleasure and fun, and yes, beauty to people’s lives.”

– Don Norman

“What makes people passionate, pure and simple, is great experiences. If they have great experience with your product [and] they have great experiences with your service, they’re going to be passionate about your brand, they’re going to be committed to it. That’s how you build that kind of commitment.”

– Jesse James Garrett

Die Definition auf Wikipedia (deutsch):

Der Begriff User Experience (Abkürzung UX, deutsch wörtlich: Nutzererfahrung, besser: Nutzererlebnis oder Nutzungserlebnis – alternativ wird auch häufig vom Anwendererlebnis gesprochen) umschreibt alle Aspekte der Erfahrungen eines Nutzers bei der Interaktion mit einem Produkt, Dienst, Umgebung oder Einrichtung. Dazu zählen auch Software und IT-Systeme. Meistens wird im Zusammenhang mit der Gestaltung von Websites von User Experience gesprochen, der Begriff umschließt jedoch tatsächlich das volle Spektrum an Interaktionsmöglichkeiten.

Und hier die Definition auf Wikipedia (englisch):

User eXperience (UX) is about how a person feels about using a system. User experience highlights the experiential, affective, meaningful and valuable aspects of human-computer interaction and product ownership, but it also includes a person’s perceptions of the practical aspects such as utility, ease of use and efficiency of the system. User experience is subjective in nature, because it is about an individual’s feelings and thoughts about the system. User experience is dynamic, because it changes over time as the circumstances change.

Gut an der englischen Defintion finde ich, dass darauf hingewiesen wird, dass die User Experience subjektiv ist. D.h.sie ist abhängig vom Nutzer, seinen Erwartungen und Zielen, sowie der Situation in der er sich befindet.

Eine sehr gute Beschreibung ist der User Experience Honeycomb von Peter Morville.

User Experience Honeycomb

Peter Morville's User Experience Honeycomb

Morville beschreibt unterschiedliche Elemente der User Experience:

  • Useful – hat es einen Nutzen?
  • Usable – kann man es benutzen?
  • Desirable – möchte man es nutzen?
  • Findable – findet man es?
  • Accessible – ist es zugänglich? Hier bezieht er sich auf Barrierefreiheit.
  • Credible – vertraut man dem Produkt, dem Service?
  • Valuable – ist es wertvoll? In Morvilles Beschreibung geht es hier darum, dass das Produkt/der Service/die Website die Businessziele unterstützt. Also im Non-profit Fall sollte es die gemeinnützigen Ziele nach vorne bringen, ansonsten sollte es die allgemeinen Geschäftsziele unterstützen.

Grundsätzlich finde ich Peter Morvilles aufgeführte Facetten gut. Allerdings würde ich sie eher als eine Art Richtlinie betrachten. Denn wie bereits gesagt, hängt die empfundene UX stark vom Nutzer ab und je nachdem, wie die Nutzerstruktur aussieht, kann es sinnvoll sein, einzelne Aspekte weniger zu beachten. Außerdem kommt mir der Aspekt des Unerwarteten zu kurz. Dieser versteckt sich wahrscheinlich unter “desirable”. Für mich wirkt der Begriff “desirable” immer so, als müsste der Absender der Nutzer sein. Aber wie oben schon erwähnt, finde ich, dass gute User Experience sich häufig dadurch auszeichnet, dass sie Wünsche und Bedürfnisse des Nutzers bedient, die diesem gar nicht bewusst waren bzw. die über dessen Erwartungen hinaus gehen.

Wer eine gute eine gute Ressourcen-Seite rund um UX Design sucht, findet sie auf Smashing Magazine:

http://www.smashingmagazine.com/2010/10/05/what-is-user-experience-design-overview-tools-and-resources/

Und last but not least will ich uxzentrisch - das Blog meiner geschätzten, ehemaligen Kollegen nicht unerwähnt lassen. Dieses ist natürlich auch primär auf die digitale Welt fokussiert, es finden sich aber auch UX-Themen, die sich nicht  unbedingt digital abspielen. Aktuelles Beispiel: Die unsichtbare Rolltreppe.

Eine Antwort auf “Was ist eigentlich dieses User Experience? Beispiele gesucht!”

  1. Konstantin 27. April 2011 at 21:34 #

    Ach so, da fällt mir ein: Chris von iA Zürich hat dazu auch einen Artikel gemacht, mit etwas anderer Intention:
    http://informationarchitects.ch/venn-ich-nur-wuesste-was-ux-ist

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